Sie sind hier: Testserien > Aktuell > Historischer Handel > Venezianer

» Bewertung

Spielspaß

7/10

Interface

6/10

Funktionen

8/10

Hilfe

6/10

Community

7/10

Text

7/10

Optik

5/10

Zugänglichkeit

6/10

Einzigartigkeit

8/10

Alle Bewertungskriterien aufgeschlüsselt

» Anzeigen

Schmuck-Checker
Mightymania

Screenshots

venezianerWeltkarte venezianerStadtansicht venezianerBauland venezianerGildenhaus venezianerKontor

Venezianer – Händler des Südens

Die historische Wirtschaftssimulation Venezianer spielt im 15. Jahrhundert. Venedig hatte zu dieser Zeit eine wirtschaftliche Vormachtstellung im Mittelmeerraum. Hier steigt der Spieler in das Browsergame als Händler-Lehrling ein. Durch das Produzieren von Waren und den Handel über den Seeweg erarbeitet der Spieler Reichtum und Ansehen für seine ganze Dynastie.

Auf den Marktplatz, fertig los!

Die Anmeldung bei Venezianer ist einfach und schnell. E-Mail-Adresse, Nickname und Passwort angeben, E-Mail-Adresse bestätigen und schon kann es los gehen. Wer übrigens einen Account bei Facebook, Gamesload oder Bigpoint hat, kann sich damit auch ohne Anmeldung direkt einloggen. Nach der Anmeldung müssen wir angeben, ob wir ein Mann oder eine Frau sind und können uns dann entscheiden, ob wir das Tutorial machen wollen oder nicht. Wer das Tutorial aus Versehen überspringt, kann in den Einstellungen von Venezianer das Spiel neu beginnen. Somit wird der Account zurückgesetzt und es fällt erneut die Entscheidung an, Tutorial machen oder nicht. Als absolute Neueinsteiger entscheiden wir uns natürlich für das Tutorial. Im Tutorial werden wir von Marciello Veneto, einem Lehrmeister und Prüfer, begrüßt. Wir sollen bei ihm unsere Lehre zum Händler machen. Endlich mal ein Tutorial, das in eine kleine Geschichte verpackt ist. Das finden wir klasse. Als Belohnung für eine erfolgreiche Lehre, winkt ein Zertifikat mit dem wir im ganzen Mittelmeerraum Handel treiben dürfen. Das ist doch mal eine Motivation. Während uns Marciello Veneto erklärt was zu tun ist, zeigen Pfeile wo genau geklickt werden muss. Das Tutorial ist sehr genau und es werden auch einige Abläufe wiederholt. Das gefällt uns sehr gut, denn so können wir uns die Abläufe besser merken. Eine der letzten Aufgaben im Tutorial ist es, durch Seehandel unser Vermögen um 1000 Gulden zu steigern. Leider stellt sich die Aufgabe als viel schwieriger heraus als gedacht. Das Handelssystem in Venezianer scheint anders zu funktionieren als gewohnt. Wir kaufen Waren dort, wo es einen Überschuss gibt und verkaufen sie, wo sie als Mangelware gelten. Leider machen wir mit dieser Methode nur Verluste. Nach einigen Fahrten mit unserem Schiff sind wir sehr frustriert und brechen das Tutorial ab. Nach einem so guten ersten Eindruck konnte uns das Tutorial dann doch nicht ganz überzeugen.

Das farbenfrohe Leben als venezianischer Händler

Nachdem wir das Tutorial abgebrochen haben, erleben wir dann die zweite böse Überraschung. Alles was wir uns im Tutorial erspielt haben, ist wieder weg. Das gefällt uns natürlich nicht. Die Stadt in der wir uns jetzt befinden ist nicht, wie es zu erwarten wäre, Venedig. Wir befinden uns in einer Stadt, die wir uns nach dem Tutorial als unsere Heimatstadt ausgesucht haben. Diese Stadt sieht aus wie ausgestorben. Keine Menschenseele auf der Straße, aus dem Badehaus läuft Wasser aus und einige Häuser haben ein Loch im Dach. Glücklicherweise sieht nicht jede Stadt so aus. In Städten mit mehr aktiven Spielern sind alle Häuser hochglanzpoliert, der Markt ist belebt, Rauch steigt aus den Schornsteinen und bunte Bänder schmücken die Stadt. Diese optische Unterscheidung von Städten gefällt uns ganz gut. Allgemein sehen viele Grafiken in Venezianer eher aus wie aus einem Kinderbuch - sehr farbenfroh und oft auch schief. Auch wenn die Grafiken qualitativ nicht auf höchstem Niveau sind, sind wir doch von der Vielzahl der Grafiken begeistert. Venezianer ist bis in das letzte Eck illustriert. Dazu kommen noch kleine Effekte wie die Animationen des Meeres, Brunnen und Rauch als auch von Leuten, die uns auf unserem Bauland winken, wenn wir den Mauszeiger über sie halten. Das belebt die Optik. Super!

Das Interface von Venezianer sieht auf den ersten Blick relativ übersichtlich aus. Doch gerade für Neueinsteiger ist das Interface am Anfang sicherlich ein Hindernis, um sich im Browsergame zurecht zu finden. Viele Vorgänge sind komplizierter als sie sein müssten. Bei einigen Funktionen ist unklar, was sie bewirken oder wie sie funktionieren und es gibt oft keinen erklärenden Text dazu. Schriftgrößen sind oft zu klein gewählt. Menüs sind nicht einheitlich aufgebaut. Schieberegler sind sehr ungenau, da sie keine ergänzenden +/- Buttons besitzen. Infotexte werden oft nur viel zu kurz angezeigt. Und die Tooltips sind eine Katastrophe. Es gibt 33 verschiedene Waren. Jede Ware hat ihr eigenes, sehr kleines Icon. Natürlich wissen wir als Neueinsteiger nicht für welche Ware ein bestimmtes Icon steht. Wenn diese Icons überhaupt mal ein Tooltip haben, dann meistens einen mit Infos, die im Moment nicht gebraucht werden. Mal wird im Tooltip die Ware benannt, mal wird im Tooltip die Anzahl, die wir von dieser Ware im Kontor gelagert haben, angegeben. Das Kontor ist übrigens unser Lagerhaus am Hafen. Das Interface sollten die Macher von Venezianer, vor allem in Hinsicht auf Übersichtlichkeit, Einheitlichkeit und Verständlichkeit, überarbeiten. So wie es momentan aufgebaut ist, kann uns das Interface nicht überzeugen.

Mit dem Segelschiff gegen den Wind

Das Erste was wir in Venezianer tun, ist unser Bauland besuchen und Produktionsbetriebe bauen. Einen Wald, eine Lehmgrube und eine Eisenmine. Diese produzieren nun Rohstoffe, die wir für den Bau von Schiffen und anderen Betrieben brauchen. Wollen wir die Rohstoffe zu Geld machen, können wir sie auf einem Markt verkaufen. Auf dem lokalen Markt können wir unsere Waren direkt aus dem Kontor verkaufen. Um die Waren auf dem Markt einer anderen Stadt verkaufen zu können, brauchen wir Schiffe mit denen wir die Waren transportieren können. Um die Rohstoffe auch wirklich nutzen zu können, müssen wir sie manuell von unserem Bauland, durch einen Klick auf einen Button, in unseren Kontor am Hafen transportieren lassen. Tun wir das nicht regelmäßig, etwa alle zwei Stunden, sind unsere Betriebe überfüllt und die Produktion stoppt. Um diesem Problem entgegen zu wirken, könnten wir gegen Goldtaler, die Premiumwährung von Venezianer, einen Fuhrmann für eine bestimmte Zeit einstellen. Der Fuhrmann befördert die produzierten Waren automatisch in unser Kontor. Das ist ein sehr großer Vorteil, denn das würde die Produktion unserer Waren enorm erhöhen. Allgemein können sich Spieler in Venezianer für echtes Geld sehr große Vorteile erkaufen. Wer schnell aufsteigen will, sollte etwas echtes Geld in Venezianer investieren. Das lohnt sich. Sehr gut gefällt uns in diesem Zusammenhang, dass die erkauften Vorteile des einen Spielers keine Nachteile für einen anderen Spieler sind. Spitze!

Während unsere Betriebe noch produzieren, wollen wir unser Vermögen schon mal etwas vergrößern. Der Plan ist günstige Waren auf dem Markt unserer Heimatstadt zu kaufen und diese teuer auf dem Markt einer anderen Stadt zu verkaufen. Eben genau das woran wir im Tutorial gescheitert sind. Das können wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen. Also beschaffen wir die Rohstoffe auf dem Markt, die wir brauchen, um ein Schiff in der Werft in Auftrag zu geben. Da unser Startkapital begrenzt ist, beschränken wir uns auf eine Dau, das kleinste Handelsschiff. Nachdem die Werft unsere Dau fertig gestellt hat, müssen wir einen Konvoi erstellen. Es ist zwar unlogisch aus nur einem Schiff ein Konvoi zu erstellen aber anders können wir unser Schiff nicht in See stechen lassen. Seeleute werben wir in der Hafenkneipe an. Jetzt müssen noch Waren aus unserem Kontor in unser Schiff verladen werden. Das geht über den Hafen, von wo aus wir unseren Konvoi auch losschicken. In welcher der 46 Städte unsere Waren am meisten gebraucht werden, können wir erst sehen, wenn wir einmal mit einem Schiff vor Ort waren. Wir schicken unseren Konvoi also vorerst in die nächstgelegene Stadt. Nach einer Reisezeit von knapp zwei Stunden läuft unser kleiner Konvoi im Zielhafen ein. Die Strecke scheint unser Schiff allerdings stark mitgenommen zu haben, denn ohne teure Reparatur würde es keine zweite Reise überstehen. Unsere Waren können wir auf diesem Markt zwar nicht gewinnbringend verkaufen, aber wir haben ein super Angebot von Waren entdeckt, die wir in unserer Heimatstadt dringend gebraucht werden. Wir verkaufen also unsere Waren, kaufen die neue Waren ein, schicken unser Schiff in Reparatur und stechen in Richtung Heimathafen ins See. Nach einer kurzen Zeit erhalten wir die Meldung, dass unser Schiff von Piraten gekapert und versenkt wurde. Nachdem wir fast unser komplettes Vermögen in diese Reise investiert haben, sind wir natürlich entsprechend verärgert. Gestört haben uns bei dieser Reise vor allem der umständliche Vorgang zum Beladen des Konvois und die hohen Reparaturkosten nach einer so kurzen Strecke. Für den Vorgang zum Beladen und Entladen eines Konvois könnten wir uns ein einfaches Drag and Drop vorstellen. Auch wenn der gesamte Seehandel mit anderen Städten im Tutorial sehr ausführlich erklärt wird, ist er durch die hohen Reparaturkosten und die Gefahr von Piraten gekapert zu werden für Neueinsteiger eine absolute Fehlinvestition. Dadurch kann schnell der Spielspaß verloren gehen. Hier wäre eine Einschränkung für Neueinsteiger, zum Beispiel durch einen teuren Handelsschein oder dergleichen, sinnvoll gewesen.

Gemeinsam macht das Handeln Spaß

Am Browsergame Venezianer gefällt uns die Vielseitigkeit der Beschäftigungsmöglichkeiten. Neben dem Produzieren und Handeln mit Waren, können wir beim Hafenmeister Fische fangen, in der Hafenkneipe um Geld würfeln, unsere Gebäude ausbauen lassen, für andere Spieler in der Politik stimmen oder uns selbst zur Wahl aufstellen lassen, den Achievements nachgehen, Missionen und Abenteuer bestehen, heiraten und Kinder kriegen und so weiter. In Venezianer wird es dem Spieler nicht so schnell langweilig. Die stimmige Geschichte mit historischem Hintergrund gefällt uns auch sehr gut. Sie erklärt einige Funktionsweisen des Browsergames und lässt eine besondere Stimmung aufkommen. Mit den Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Spielern haben sich die Macher von Venezianer besonders viel Mühe gegeben. Über das Freunde-System können wir Mitspieler täglich beschenken und Geschenke erhalten. Beim Besuchen des Baulandes von befreundeten Spielern können wir mit etwas Glück, Kisten mit Waren und Gulden vor deren Betrieben finden und einsammeln. Das Erhalten von Geschenken und das Besuchen anderer Spieler ist gerade für Anfänger sehr hilfreich. Es bringt wertvolle Waren, die sie selbst noch nicht produzieren können. Durch den Einsatz von Handelsorden kann die Produktion in den eigenen Betrieben oder den Betrieben von befreundeten Spielern für eine bestimmte Zeit verdoppelt werden. Als Mitglied einer Gilde können wir auch an Gilden-Quests teilnehmen. Schiffe, die wir der Gilde zur Verfügung stellen, bestehen dann zusammen mit den Schiffen der anderen Gildenmitglieder gemeinsam Abenteuer. Insgesamt ist Venezianer mit seinen vielen Funktionen sehr vielseitig. Besonders gut gefällt uns, dass die Interaktion mit anderen Spielern so stark gefördert wird. Das finden wir super!

Der Support will es genau wissen

Da das Interface von Venezianer nicht immer übersichtlich ist, kommt es häufig vor, dass wir Hilfe und Infos brauchen. Die Texte sind nicht immer hilfreich und vor allem nicht überall vorhanden. Oft werden verschiedene Begriffe für ein und die selbe Sache benutzt. So wird das Badehaus manchmal als Therme bezeichnet oder das Bauland als Produktionsgelände. Das kann für unnötige Verwirrung sorgen. Für Kleinigkeiten ist der Chat natürlich immer gut. Hier sind viele hilfsbereite Mitspieler, die einem gern den ein oder anderen Tipp geben. Ein übersichtlich strukturiertes Spiel-Wiki ist bei Venezianer leicht zu finden. Neben vielen hilfreichen Infos gibt es hier ein kleines FAQ. Das Forum von Venezianer kann bei Fragen auch weiterhelfen. Es ist stark untergliedert in Sprachen und Plattformen über die Venezianer erreichbar ist. Dennoch finden wir uns im Forum schnell zurecht. Störend finden wir am Forum lediglich, dass ein extra Account für die Nutzung erstellt werden muss. Der E-Mail-Support von Venezianer ist hingegen etwas merkwürdig. Um den Support nutzen zu können, müssen wir unseren Namen, unsere E-Mail-Adresse und sogar unser Passwort angeben. Während die meisten Browsergames sich stark dafür einsetzen, dass die Spieler ihre Passwörter geheim halten, gibt es bei Venezianer ohne das Herausgeben des Passwortes keinen Support. Das finden wir sehr bedenklich! Den Support wollen wir aber trotzdem testen und ändern deshalb unser Passwort ab. Nachdem wir unsere Daten dann herausgegeben haben, können wir uns entscheiden, ob wir ein „Neues Ticket“ erstellen wollen, ob wir „Daten ändern“ wollen oder ob wir den „Benutzer löschen“ wollen. Moment! Den Benutzer löschen? Um welchen Benutzer es sich hier handelt wissen wir nicht. Wir wollten nicht riskieren unseren Account zu löschen. Überzeugen kann uns Venezianer damit aber nicht. Da wir uns hier aber im Support befinden, kommt für uns eigentlich nur das neue Ticket in Frage. Tatsächlich gelangen wir dann endlich zum Support. Der Rest ist selbsterklärend. Bleibt uns nur noch zu erwähnen, dass der Support schnell und freundlich ist. Auch wenn die Hilfe in Venezianer an der ein oder anderen Stelle sehr verbesserungsbedürftig ist, erfüllt sie insgesamt doch ihren Zweck.

Leider passt sich das Browsergame Venezianer nicht an das Browserfenster an. Wer einen zu kleinen Bildschirm hat, hat das Nachsehen. Es muss vertikal und sogar horizontal gescrollt werden. Wegen der kleinen Schriftgröße vieler Texte sowie den vielen kleinen Icons ist das Zoomen mit dem Browser auch keine Option. Auf einem veraltetem Browser wie dem Internet Explorer 6 oder einem Fernseher der neusten Generation mit Browser, konnten wir uns leider nicht in unseren Account einloggen. Über Smartphones konnten wir uns zwar in unseren Account einloggen, große Teile des Browsergames konnten aber nicht über das Touch-Display bedient werden. Wer also Venezianer problemlos spielen will, sollte seinen PC mit einem Browser der neusten Generation und einem ausreichend großen Bildschirm ausstatten.

Fazit

Das unübersichtliche und oft komplizierte Interface von Venezianer kann vor allem für Neueinsteiger abschreckend wirken. Die Hilfe des farbenfrohen Browsergames kann aber in vielen Situationen gut weiterhelfen. Alleine vom E-Mail-Support empfehlen wir die Finger zu lassen. Wenn es nicht anders geht, sollte vor dem Kontakt mit dem Support das Passwort geändert werden. Venezianer kann ohne Probleme komplett ohne den Einsatz von echtem Geld gespielt werden. Wem das dann doch alles zu lange dauert, kann sich große Vorteile erkaufen. Hat der Spieler einmal das umständliche Interface verstanden und kennt die Tücken des Browsergames, hat Venezianer mit seinen vielen, tollen Beschäftigungsmöglichkeiten und innovativen Multiplayer-Funktionen durchaus Suchtpotential. Wer an historischen Wirtschaftssimulationen interessiert ist, nicht all zu viel Wert auf die Optik legt und sich von unübersichtlichen Browsergames nicht abschrecken lässt, wird mit Venezianer sicherlich sehr viel Spaß haben.

Alternativen

Wer Wirtschaftssimulationen mag aber nicht auf Rollenspiel-Elementen und eine tolle Optik verzichten will, für den könnte Gilde1400 die perfekte Mischung sein. Wer doch lieber ein sehr übersichtliches Interface mit toller Optik hat, eine tolle Community sucht aber dennoch im Mittelmeerraum bleiben möchte, der sollte unbedingt die Wirtschaftssimulation Remanum Beta testen. Für Liebhaber der Computerspielreihe Patrizier, die ein vertrautes Spielprinzip für den Browser suchen, könnten sich ein Blick in Patrizier Online Beta lohnen.

Zum Anfang JETZT GRATIS SPIELEN
Schmuck-Checker