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Spielspaß

6/10

Interface

6/10

Funktionen

6/10

Hilfe

7/10

Community

6/10

Text

6/10

Optik

4/10

Sound

7/10

Zugänglichkeit

7/10

Einzigartigkeit

5/10

Alle Bewertungskriterien aufgeschlüsselt

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Patrizier Online Beta – Die Händler stechen in See

Die Wirtschaftssimulation Patrizier Online Beta ist die Browsergame Version der bekannten Computerspielreihe Patrizier. Patrizier Online Beta befindet sich nun fast schon seit einem Jahr in der offenen Beta-Testphase. Grund genug für uns das Flash Browsergame im Rahmen unserer historischen Handel Testserie mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Patrizier Online Beta spielt im Mittelalterlichen Nordeuropa. Als Händler der Hanse sorgen die Spieler für den regen Handel zwischen den Hafenstädten der Nord- und Ostsee. Mit immer mehr Reichtum und Ansehen vergrößert der Spieler sein Handelsimperium.

Der erste Überblick

Nachdem wir uns mit der Angabe eines Benutzernamens, unserer E-Mail-Adresse und einem Passwort angemeldet haben, startet auch schon gleich das Browsergame. Wir müssen uns für einen von zwei Servern entscheiden. Im nächsten Schritt dürfen wir speziell für diesen Server nochmal einen Namen angeben und uns eins von 23, eher langweiligen, Profilbildern aussuchen. Außerdem können wir uns entscheiden ob wir die Einführung spielen wollen oder nicht. Da wir uns als Neueinsteiger für die Einführung entschieden haben, werden wir nun von einem Schreiben begrüßt. Es spricht uns persönlich mit unserem Spielernamen an und heißt uns herzlich in unserer Heimatstadt willkommen. Schöner hätten wir es gefunden wenn wir uns unsere Heimatstadt selbst hätten aussuchen können. Die Einführung erklärt uns die wichtigsten Funktionen des Browsergames während uns blaue Pfeile zeigen wo wir mit der Maus klicken müssen. So lernen wir den Marktplatz kennen, kaufen unser erstes Schiff und müssen daraus ein Konvoi bilden. Dafür erhalten wir dann nette Belohnungen. Textlich ist die Einführung eher schwach und stören tun uns die Fenster die immer an einer anderen Stelle auftauchen. Insgesamt finden wir die Einführung aber doch ganz hilfreich um einen Überblick über Patrizier Online Beta zu bekommen.

Auf zu neuen Ufern – Reichtum wir kommen

Nach der Einführung wollen wir natürlich gleich unser Vermögen vergrößern. Wir kaufen also auf dem Markt günstig Holz ein, das direkt auf unseren kleinen Konvoi geladen wird. Über die Weltkarte schicken wir unseren Konvoi, dann in eine nahegelegene Stadt, die selbst kein Holz produziert. Damit stehen unsere Chancen gut, dass wir unser Holz in dieser Stadt zu einem hohen Preis verkaufen können. Nachdem unser kleiner Konvoi in der Stadt angekommen ist, können wir die Stadt betreten und klicken auf den Marktplatz. Wir haben Glück, denn Holz ist tatsächlich knapp und somit können wir es Gewinnbringend verkaufen. Eine Anzeige zeigt den Warenbestand von jeder Ware übersichtlich an. Ist die Anzeige leer, ist auch der Warenbestand leer. Alle weiteren Abstufungen sind dazu noch farblich gekennzeichnet. Rot für knappe Waren, gelb und grün für Überschusswaren. Die Anzeige gefällt uns sehr gut. Über einen Schieberegler können wir die Waren jetzt bequem von unserem Konvoi auf den Marktplatz ziehen. Das macht den Einkauf und Verkauf von Waren sehr angenehm. Zusätzlich bekommen wir für den Verkauf zu jeder Ware den Durchschnittspreis angezeigt, den wir beim Einkauf bezahlt haben. Damit können wir gut einschätzen ob wir Gewinn machen werden und wenn ja wie hoch er sein wird. Damit gefällt uns der Handel von Waren sehr gut. Super!

Nachdem wir das Holz verkauft haben und unser Schiff leer ist, kaufen wir wieder Überschusswaren ein und schippern in die nächste Stadt. Wie gewohnt müssen wir dazu zur Weltkarte wechseln. Um zu sehen in welcher Stadt welche Waren produziert werden, können wir für jede Stadt ein kleines Info-Fenster öffnen. Dazu muss die Stadt angeklickt werden. Da wir aber meistens nicht schon bei der ersten Stadt Glück haben, müssen wir oft sämtliche Städte anklicken. Das wird mit der Zeit dann doch lästig. Hier hätte es uns besser gefallen wenn wir nur mit dem Mauszeiger über eine Stadt hätten fahren müssen um das Info-Fenster angezeigt zu bekommen. Gut gefällt uns an der Weltkarte hingegen, dass sie mit gedrückter Maustaste verschoben werden kann. Auch die Zoom-Funktion finden wir für die Übersicht sehr praktisch. Nachdem wir eine Stadt gefunden haben, die die Waren, die wir an Bord haben, nicht produziert, schicken wir unseren Konvoi los. Anhand einer Linie zwischen dem Ausgangshafen und dem Zielhafen, können wir die Handelsroute erkennen. Unser Konvoi braucht nun 2 Tage und 12 Stunden bis er im Zielhafen ankommt. Ganze 2 Tage und 12 Stunden? Wir trauen erst unseren Augen nicht. Doch dann fällt uns wieder die Information aus der Einführung ein: 24 Stunden im Spiel entsprechen 30 echten Minuten. Die Idee mit der eigenen Zeitrechnung finden wir, für eine stimmige Geschichte, gut. Dennoch hätten wir uns eine zusätzliche Information über die tatsächliche Dauer gewünscht. Ein Fortschrittsbalken wäre zum Beispiel auch eine Lösungsmöglichkeit gewesen. Vor allem für den Bau von Gebäuden. Das ständige Umrechnen bremst einfach den Spielspaß. Schade. Nach einer Stunde und 15 Minuten kommt unser Konvoi dann endlich an.

Jeder Verkauf von knappen Waren bringt uns in der entsprechenden Stadt Ansehen. Das Ansehen ist zum Beispiel die Voraussetzung für den Bau eines weiteren Kontors. Bei negativem Ansehen können in der betroffenen Stadt überhaupt keine Waren mehr gekauft werden. Gut finden wir, dass das Ansehen eines Händlers nicht global ist, sondern von Stadt zu Stadt verschieden. Abgesehen vom Handeln mit den Waren, können in Patrizier Online Beta auch Waren produziert werden. Dazu können wir in unserer Heimatstadt Betriebe errichten. Später können auch in anderen Städten Betriebe errichtet werden, in denen wir ein Kontor besitzen. Damit wir auch Arbeiter in unsere Betriebe bekommen, müssen wir Wohnhäuser bauen und gucken, dass unsere Lohnkasse immer gefüllt ist. Welche Betriebe errichtet werden können ist abhängig von der Stadt. Jede Stadt kann 4 gewöhnliche Waren produzieren und eine Regionale Ware. Alle weiteren Waren müssen importiert werden. Wir schaffen mit unserem Konvoi also mühsam die benötigten Rohstoffe ran. Damit bauen wir dann Wohnhäuser und Betriebe und bauen unseren Kontor aus. Auch wenn unsere Betriebe jetzt Waren für uns produzieren und es etwas Abwechslung ins Browsergame bringt, sind wir der Meinung, dass wir mit dem Handel von Waren um einiges mehr verdienen können.

Die Händler werden abgezockt

Um effektiver Handel betreiben zu können entscheiden wir uns unseren Konvoi zu erweitern und noch ein Schiff zu bauen. Zur Auswahl stehen uns insgesamt 7 verschiedene Schiffstypen. Doch nur 4 Schiffstypen können mit Rohstoffen und Geld gebaut werden. Die 3 Besten Schiffstypen können nur für Edelsteine, der Premiumwährung, gekauft werden. Das teuerste Schiff kostet dabei 104 Edelsteine. Für 50€ bekommen wir gerade einmal 780 Edelsteine. Das sind umgerechnet 7 der besten Schiffe. In einen Konvoi alleine passen dabei schon 10 Schiffe. Das heißt für 50€ bekommen wir nicht einmal einen kompletten Konvoi. Edelsteine können zwar auch mit Goldmünzen gekauft werden aber bei einem aktuellen Kurs von knapp 2,5 Millionen zu 1 macht das kaum Sinn. An dieser Stelle muss noch erwähnt werden, dass es relativ viele Fraktionen gibt, die ganz offiziell ohne Edelsteine spielen. Wundern tut uns das bei diesen Preisen allerdings nicht. Mit seinem Premiumsystem kann uns Patrizier Online Beta nicht überzeugen.

Wir entscheiden uns für das größte Schiff, das ohne Edelsteine gebaut werden kann, die Holk. Nachdem unser neues Schiff fertig gestellt ist, wollen wir es unserem Konvoi hinzufügen. Das Gestaltet sich allerdings schwieriger als gedacht, obwohl wir diesen Vorgang theoretisch ja schon in der Einführung gemacht haben. Nach mehreren gescheiterten Versuchen müssen wir uns schließlich an die FAQ wenden. Tatsächlich finden wir hier dann auch eine gute Anleitung mit der wir unseren Konvoi, um unser neues Schiff, erweitern können. Dass dieser Vorgang so kompliziert und schwer nachzuvollziehen ist, gefällt uns natürlich überhaupt nicht. Etwas später im Spielverlauf wollen wir die Schiffe unseres Konvois mit Kanonen ausstatten. Auch das erweist sich als so komplex, dass wir die FAQ wieder befragen müssen. Hier eine kleine Beschreibung des Vorgangs: Wir müssen den Hafen anklicken und unseren Konvoi anwählen. In einem anderen Fenster auf der rechten Seite müssen wir dann auf „Konvoi organisieren“ klicken. Anschließend öffnet sich ein Fenster mit dem Hafen auf der einen und unserem Konvoi auf der anderen Seite. Um die Details des Hafens zu sehen, müssen wir nun auf einen Button mit einer Lupe klicken. Jetzt öffnet sich eine kleine Übersicht des Hafens unterhalb unseres Konvois. Auch die Details unseres Konvois wollen wir wissen und klicken auch hier auf den Button mit der Lupe. Die kleine Übersicht unseres Konvois erscheint nun unterhalb des Hafens. Das die Übersichten quasi überkreuzt angezeigt werden macht für uns keinen Sinn. Ja wir sind noch in der Beschreibung des Vorgangs. Und weiter geht es. Um noch mehr Informationen sehen zu können, müssen wir nun auf jeder Seite die Übersichten über einen kleinen Pfeil aufklappen. Unserer Meinung nach, könnten die Übersichten schon standardmäßig aufgeklappt sein. Die Übersichten in zugeklapptem Zustand bringen absolut keinen Vorteil. Jetzt, in aufgeklapptem Zustand, können wir sehen wie viele Schiffe wir in unserem Konvoi haben und wie viele Schiffe im Hafen sind. Damit wir unsere Schiffe mit Kanonen bestücken können, müssen diese aus dem Konvoi genommen werden. Auch das macht für uns keinen Sinn. Aber wir klicken ein Schiff aus unserem Konvoi an uns lassen es in den Hafen verschieben. Jetzt können wir das Schiff endlich mit Kanonen ausstatten. Pro Klick fügen wir dem Schiff 2 Kanonen hinzu. Bei 26 Kanonen die in unserem Schiff platz haben, müssen wir also 13 mal auf den Button klicken. Warum wir das Schiff nicht mit einem Klick füllen können oder die Anzahl der Kanonen im Voraus einstellen können, ist uns unklar. Ende der Beschreibung des Vorgangs. Für alle die jetzt laut gelesen haben, bitte das Atmen nicht vergessen. Alles in allem sollten die Macher von Patrizier Online Beta das Interface an einigen Stellen dringend überarbeiten. Mit derart komplizierten Abläufen kann das Browsergame bei uns nicht punkten.

Keine Schönen Meerjungfrauen

Quests, Login-Boni oder andere Belohnungen, ein ordentliches Freunde-System, Minigames oder viel Spieltiefe kann uns Patrizier Online Beta leider nicht bieten. Durch das Produzieren und den Handel von Waren vergrößert der Spieler sein Vermögen. Dieses einfache Spielprinzip wird durch 24 verschiedene Waren und etliche Städte etwas ausgebaut. Auch wenn das Spielprinz quasi intuitiv ist glauben wir, dass Patrizier Online Beta schnell eintönig werden kann. Willkommene Abwechslung bieten da die Spezialisierungen der Konvois. Neben dem Standard Händler, gibt es noch Piraten und Piratenjäger. So kann der Spieler im Laufe des Browsergames durch Piraterie unter den Händlern Angst und Schrecken verbreiten. Oder als Piratenjäger, den Händlern freien Weg machen. Diese Abwechslung gefällt uns ganz gut, denn sie macht das leicht eintönige Browsergame etwas interessanter. Insgesamt hoffen wir dennoch, dass Patrizier Online Beta bis zum verlassen der Betaphase noch etwas mehr Abwechslung bekommt.

Optisch hebt sich vor allem die Weltkarte von Patrizier Online Beta positiv ab. Mit ihrem ganz eigenen, ansprechenden Style kann sich die Weltkarte durchaus sehen lassen. Schiffe die auf der Weltkarte verkehren sind glücklicherweise transparent, denn sie passen optisch nicht zur Weltkarte und könnten schnell das stimmige Bild zerstören. Die Stadtansichten sehen dagegen aus wie schlechte Screenshots aus Patrizier IV. Zum einen passt der Grafikstil der Stadtansichten optisch nicht zum Rest des Browsergames, zum anderen ist die Qualität so gering, dass viele Details verschluckt werden. Um einzelne Elemente der Stadtansicht hervorzuheben, wenn mit dem Mauszeiger darüber gefahren wird, bekommen diese Elemente eine dünne, gelbe Outline. Das wirkt komplett unprofessionell und gibt der Stadtansicht den Rest. Erfreulich fanden wir dagegen die Soundeffekte. Beim betreten einer Stadt ertönt kurz mittelalterliche Begrüßungsmusik. Dabei ist die Begrüßungsmusik nicht immer die gleiche und vor allem nicht aufdringlich. Ein lateinisches Gebet in der Kirche und ab und zu ein Glockenschlag. Abschalten lassen sich die Soundeffekte zwar auch, leider muss das aber nach jedem Login erneut getan werden. Die Soundeffekte gefallen uns gut, sind aber sicherlich noch ausbaufähig. Etwa ein Wind beim betreten der Weltkarte oder knarrende Schiffgeräusche beim losschicken eines Konvois. Neben kleinen Highlights wie der Weltkarte und den sehr verständlich gestalteten Icons der Waren, ist die Optik von Patrizier Online Beta eher unteres Mittelmaß. Die Soundeffekte sind zwar gut aber ausbaufähig. Vor allem in Sachen Effekte haben wir uns von einem Flash Browsergame deutlich mehr erhofft.

Fazit

Das Interface von Patrizier Online Beta sollte an einigen Stellen nochmal überdacht werden. Für das beladen der Schiffe mit Kanonen zum Beispiel mussten wir uns an die FAQ wenden. Solche komplizierten Vorgänge können für neue Spieler abschreckend wirken. Auch das Umrechnen der Browsergame internen Zeitrechnung in die reale Zeit ist lästig. Mit einem viel zu überteuerten Premium-System konnte das Browsergame leider auch nicht überzeugen. Immerhin kann auch alles ohne Edelsteine erreicht werden. Patrizier Online Beta bietet neuen Spielern durch ein einfaches Spielprinzip einen schnellen Einstieg. Das Handeln mit Waren bringt schnellen Spielspaß, wird auf Dauer aber etwas eintönig. Insgesamt sollte an Patrizier Online Beta noch einiges gemacht werden, bevor es die Beta-Testphase verlässt. Eingefleischte Patrizier Fans die auch vom Browser aus spielen wollen, könnten mal ein Blick in Patrizier Online Beta werfen.

Nachtrag: Patrizier Online Beta holt am 12.12.2012 endgültig die Segel ein. Nachdem Patrizier Online ewig im Beta-Status war, wird das Browsergame nun leider unvollendet abgeschaltet. Schade!

Alternativen

Wer nach mehr Spieltiefe und Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Spielern sucht, farbenfrohe Optik mag aber auf die Seefahrt nicht verzichten will, der sollte sich unbedingt Venezianer anschauen. Fans von Asterix und Obelix, die gerne Wirtschaftssimulationen spielen, mehr Warenvielfalt suchen, ein sehr übersichtliches Interface und ein faires Premium-System wollen, für die könnte Remanum Beta genau das Richtige sein.

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